Die Zeit
Zeitliche Abläufe werden je nach Person und Leistung unterschiedlich beurteilt. Was für den einen eine gute Zeit ist, muss für den anderen nicht gleichermasssen der Massstab sein. Die Tell-Stafette ist für alle eine Herausforderung, ob es nun um eine Spitzenzeit geht und um verlorene Sekunden und Minuten oder um das Durchhalten und Zusammenhalten. Für die Tell-Stafette gilt: Mitmachen ist so wichtig wie das Gewinnen. Denn am Ziel hat dieser Sport nur Siegerinnen und Sieger.
Bedingt durch Probleme bei der Rekrutierung von Helferinnen und Helfern, standen wir mit der 30. Austragung vor der Wahl, die Tell-Stafette fallen zu lassen oder in einer einfacheren Art, ausgerichtet auf den Teamgeist, zu organisieren. Wir entschieden uns, eine Sportveranstaltung der einfacheren Art auszurichten, was gleichzeitig bedeutete, dass keine Etappenzeiten gemessen werden. Das Risiko, eine nicht funktionierende Einzelzeitmessung mit neuen Verantwortlichen beziehungsweise neuer Technik durchzuführen, war für uns, gemessen am Aufwand und Ertrag, zu hoch. Es werden somit keine Zwischen- und Streckenzeiten mehr gestoppt, und es gibt daher auch keine Einzelsiegerinnen und -sieger mehr. Es liegt auch ganz im Geist der Gründer, keinen Einzelwettkampf zu fördern. Was am Schluss zählt, ist das Team.
Und wir alle wissen: Der Zeitbegriff ist relativ, untrennbar gebunden an Veränderungen. Die Veränderung der Tell-Stafette zurück zum Ursprung ist der Abschied einer lange Zeit erfolgreichen und preisgekrönten Sportveranstaltung, die heute im Wandel der Gesellschaft ihren Platz abgibt. Man mag der Zeit nachtrauern, darf der Stafette aber auch dankbar sein für das, was sie dem Sportgeist in den vergangenen beinahe 70 Jahren gegeben hat. Die Tell-Stafette verabschiedete sich aus der Gegenwart, wie sie einst mit der Zeit begonnen hat.
Den Sportlerinnen und Sportlern wünschen wir an der letzten Tell-Stafette 2012 viel Spass und Glück im Team.
